Assoziationen

14 November 2015 by

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Wenn man sich die – von dort lebenden Menschen jeweils so eingerichteten – Gegebenheiten in Ländern und Gesellschaften oder sonstigen Sozialgefügen heute vergewärtigt, in denen Islam Staatsreligion ist bzw. in denen islamische Gesetze gelten oder die vom Islam geprägt sind oder dominiert werden, so können einem – jenseits teils beschönigender, teils herabsetzender Beschreibungen – Assoziationen und Empfindungen in den Sinn kommen:

Befreiend — Bedrückend
Tolerant — Intolerant
Humorvoll — Humorlos
Behaglich — Unbehaglich
Zuversicht vermittelnd — Furchteinflößend
Friedfertig — Aggresiv
Lebensbejahend — Mörderisch
Konstruktiv — Destruktiv
Sozial — Unsozial
Philanthropisch — Misanthropisch
Menschenfreundlich — Menschenfeindlich
Friedfertigkeit unterstützend — Gewalttätigkeit fördernd
Pazifistisch — Bellizistisch
Aufrichtigkeit ausstrahlend — Misstrauen hervorrufend
Gelassen / Ausgeglichen — Neurotisch / Zwangsneurotisch

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Für eine eventuell gewünschte Änderung des Ansehens in der übrigen Welt sind in erster Linie die Menschen in ihren Ländern selbst verantwortlich. Eine solche Änderung herbeizuführen kann ein generationenlanger Prozess sein. Dieser erfordert ein Hinterfragen und Bewerten der Wirkungen von islamischen Gesetzen sowie von Islam als Staatsreligion auf Staat und Gesellschaft sowie auf den einzelnen Menschen. Dort, wo auf Apostasie die Todesstrafe steht, ist dies kein leichtes Unterfangen.

–» Zum Thema: Gastkommentar von Jasmin El Sonbati in der NZZ vom 19.11.2015

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Aus aktuellem Anlass:

Wer sich [insbesondere als Politiker] von solchen Ereignissen [Paris, 13. November 2015] irre machen und aus der Fassung bringen lässt, der gibt den Attentätern recht.
Ein Rückfall in kleinstaaterische Nationalismen und geschlossene Staatsgrenzen stärkt Europa nicht, sondern schwächt es, weil dann innerhalb Europas jeder gegen jeden … oder jeder für sich allein.
Sagen wir’s den Attentätern doch:
Ein Gott, der seine Macht auf Gewalt und Terror stützt, der ist nicht größer, also nicht «Allahu ’akbar», sondern kleiner — «Allahu asghar».

Eckhardt Kiwitt, Freising — Leserkommentar

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Assoziationen_09

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Eckhardt Kiwitt
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Trefflich

31 Juli 2015 by

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Trefflicher Buchtitel & Argumentation

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Die Heuchler, das sind in dieser Beschreibung von Stéphane Charbonnier* Leute, die einerseits eine totalitäre Ideologie und ein despotisches System verklären — und es mit Menschen gleichsetzen, die in diesem System leben (also die Gleichung „Ideologie = Menschen“ aufsetzen). Und Leute andererseits, die sich selbst paternalistisch — und damit den eigenen Rassismus nicht erkennend oder ihn unbeholfen und selbstbetrügerisch ausblendend — über jene Menschen erheben, sich teils zu Vormündern derer machen, die im Islam leben.

Die Rassisten, denen sie damit in die Hände spielen, sind demnach diejenigen, die eine „Kritik“ am Islam lediglich vorschieben oder gar vortäuschen, um ihre ablehnende Haltung und abwertende Meinung gegenüber anderen Menschen zum Ausdruck zu bringen — die Kritik am Islam also lediglich instrumentalisieren, um gegen andere Menschen z.B. wegen deren Religionszugehörigkeit, deren Weltanschauung oder wegen deren Herkunft hetzen zu können.
Ohne Hetze gegen andere Menschen kommt die Islam-„Kritik“ dieser Rassisten nicht aus.

Die Heuchler und die Rassisten ergänzen sich insofern auf ganz wundersame Weise.

Liebe Heuchler und Rassisten:

Die Wahrheit mag da draußen sein,
aber die Lügen sind in deinem Kopf.

The truth may be out there,
but the lies are inside your head.

(Terry Pratchett)

Danke an Stéphane Charbonnier und an den Übersetzer Werner Damson für dieses gedanklich, argumentativ und sprachlich sehr klare Buch !

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Vgl.
Der Islam braucht eine kritikfähige Renaissance
von Abdel-Hakim Ourghi

sowie
«Mohammed war ein Massenmörder und ein kranker Tyrann»
Ein Interview mit Hamed Abdel-Samad

aber auch
Phantasieren über Muhammad

Zur Vertiefung:

Wir sind nicht eure Kuscheltiere
Ein Essay von Ahmad Mansour, erschienen in der tageszeitung (taz) im Juli 2016
sowie
„Sind wir eure Kuscheltiere?“
von Peter Mühlbauer auf heise.de

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* Stéphane Charbonnier – CHARB:
Brief an die Heuchler – und wie sie den Rassisten in die Hände spielen
Verlag Tropen (www.tropen.de)
:
Stéphane Charbonnier war Herausgeber und Zeichner der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo.

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Fünf kurze Leseproben aus dem Text des Buches

GLAUBEN BEDEUTET SICH UNTERWERFEN
— GOTT IST GROSS GENUG, UM SICH GANZ ALLEIN ZU VERTEIDIGEN — p. 27:

Wenn Gott existiert und er so mächtig ist, wie seine Diener behaupten, dann, offen gesagt, geht es uns Ungläubigen, Laizisten, Atheisten, Antitheisten und Abtrünnigen schelcht. Wir sind hoffnungslos den Flammen der Hölle ausgeliefert.
Die Frage ist nur, warum sich die Gläubigen an die menschliche Rechtsprechung halten, um uns zu bestrafen, wenn doch die göttliche Gerechtigkeit eine Strafe verhängen wird, die weitaus strenger ausfällt als bei irgendeinem anderen Richter? Wer ist also dieser angeblich allmächtige Gott, der anscheinend Anwälte braucht, um uns vor Gericht zu bringen? Kränkt es ihn nicht, wenn ein vor seinen Augen bislang rechtschaffener Gläubiger ein Gericht anstatt Gott im Gebet anruft? Warum sollte der Gläubige Gott dem Risiko aussetzen, einen Prozess auf der Erde zu verlieren und lächerlich zu werden, obgleich er doch alle seine Prozesse im Himmel gewinnt? Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber ist es vom Standpunkt eines Gläubigen aus gesehen keine Blasphemie, …

HERABLASSUNG UND INFANTILISIERUNG DURCH DIE ELITEN
— DIE JOURNALISTEN IM DIENSTE DER ISLAMOPHOBIE — p. 31:

[…] Warum haben die Medien sich so schnell auf die Islamophobie gestürzt? Am Anfang wohl aus Bequemlichkeit, dann lockte der Reiz des Neuen und schließlich überwog das kommerzielle Interesse. Ihrer Popularisierung des Begriffs »Islamophobie« liegt überhaupt keine antirassistische Motivation zugrunde. Im Gegenteil.
Ganz einfach gesagt: Jeder Skandal, der mit dem Wort »Islam« überschrieben wird, ist verkaufsfördernd.

DER SCHMETTERLINGSEFFEKT DER MEINUNGSFREIHEIT
— DER RESPEKT WIRD VORRANGIGES PRINZIP — p. 64-65:

[…] Die Darstellung von Mohammed, der die Extremisten unter den Gläubigen seiner Religion anprangert, ist eine Beleidigung aller Muslime. Der Terrorist muss ganz frei von Attributen sein, […]
Wer die Zeichner von Charlie Hebdo jedes Mal der Islamophobie bezichtigt, wenn eine Figur einen Bart trägt, ist nicht bloß grundlos unredlich oder scheinheilig, […] Die Zeichnung eines alten Mannes bei einem pädophilen Akt bringt doch nicht alle alten Menschen in Verruf oder deutet an, dass alle alten Männer pädophil sind (auch nicht das Gegenteil).

— VORSICHT UND FEIGHEIT IM DIENSTE DER ISLAMOPHOBIE — p. 73:

Wer der Meinung ist, nur Imame und Gläubige dürften vom Koran, vom Propheten und von Gott sprechen, ohne der Islamophobie zu verfallen, der spielt den radikalsten Islamisten in die Hände. Wenn nur die Extremisten zu Wort kommen, reagieren die Menschen dann nicht mit verachtung des Islam?

MÖGLICHE VARIANTEN EINES ERFOLGREICHEN KONZEPTS
— WIE STEHT ES MIT DER JUDENPHOBIE? — p. 81:

[…] Kein Araber trägt auf unseren Zeichnungen eine muslimische Bekleidung, wenn wir einen Araber darstellen wollen, und kein Jude das Gewand eines Rabbiners, wenn wir einen Juden darstellen wollen. Es gibt zwischen Rassismus und Antisemitismus einerseits und der Kritik an religiösen Extremisten andererseits keine inhaltliche Übereinstimmung. Aber diese Auffassung durchzusetzen ist aussichtslos, denn die Erfinder der Islamophobie möchten unbedingt, dass die Islamophobie als antimuslimischer Rassismus anerkannt wird und dem Antisemitismus entspricht, diesem antijüdischen Rassismus.

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Islam beleidigt

13 Juni 2015 by

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— Vom Beleidigt-werden und sich beleidigt fühlen —

Shahadah_Badawii
Beleidigt zu werden empfindet vermutlich niemand als angenehm. Man fühlt sich herabgesetzt, gekränkt, missachtet, … wer mag das schon. Es rührt an die Persönlichkeit, ans Selbstwertgefühl, das zu beachten man von seinen Mitmenschen in der gleichen Weise erwartet, wie man es bei diesen beachtet.
Sich beleidigt zu fühlen ist eine subjektive Empfindung, die möglicherweise uns Menschen vorbehalten ist. Denkbar ist immerhin, dass auch einige höhere Tiere dieses Gefühl kennen.

Bei leblosen Gegenständen schließen wir es aus, dass diese sich beleidigt fühlen könnten, ebenso bei Immateriellem wie Gedankengebäuden, Ideen, Abstraktionen, Ideologien, …
So ist denn die Beleidigung zumindest in Deutschland zwar eine Straftat, jedoch handelt es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt (der Beleidigte muss also Anzeige erstatten), wovon nur in wenigen, gesetzlich formulierten Ausnahmefällen abgewichen werden kann.

Nicht zu verwechseln ist die Beleidigung mit der „Beschimpfung“[*], z.B. der Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen, was in Deutschland gemäß § 166 StGB zwar strafbewehrt, aber in der öffentlichen Debatte umstritten ist. Beschimpfen kann man alles und jeden; das Wissen um die Beschimpfung sowie eine Reaktion darauf ist seitens des Gegenstandes der Beschimpfung – anders als im Fall der Beleidigung – nicht erforderlich. Eine Beschimpfung kann im einfachsten Fall vielleicht eine bloße Unmutsbekundung sein.

In anderen Kulturkreisen werden derlei Sachverhalte — zumindest offiziell — teils ganz anders gesehen und bewertet (mglw. wird zwischen „Beschimpfung“ und „Beleidigung“ dort nicht unterschieden). So erscheint es zum Beispiel möglich, ein bloßes Ideengebäude zu beleidigen, ohne dass das Ideengebäude imstande wäre, dies zu empfinden. Vermutlich ist es für den Straftatbestand der Beleidigung des Ideengebäudes dort hinreichend, wenn z.B. ein offizieller Vertreter des Staates, der sich mit dem Ideengebäude identifiziert oder darin den Grundpfeiler staatlicher und vielleicht auch individueller Macht sieht, durch Kritik an dem Ideengebäude provoziert fühlt und der Kritik nichts Adäquates entgegenzusetzen vermag, außerstande ist, sich sachlich und argumentativ mit ihr auseinanderzusetzen — sich selbst oder „den Staat“ durch die Kritik aber womöglich existenziell gefährdet sieht.

Raif-Badawi_cut[…] dass Liberalismus grundsätzlich gegen alle Religionen sei, vor allem gegen den Islam. Man sprach über den Liberalismus, als sei er seinerseits eine Religion. Und genau hier liegt das Problem des oberflächlichen Verständnisses von Liberalismus im kollektiven Gedächtnis unserer Gesellschaft, die in einer Kultur des einspurigen Denkens erzogen wurde und lebt. […] Ein französischer Schriftsteller beschrieb das Konzept des Liberalismus einmal folgendermaßen:

«Trotz seiner vielfältigen Bedeutungen, und trotz späterer Entwicklungen, die unsere Wahrnehmung von ihm nachhaltig beeinflusst haben mögen, lässt sich der Liberalismus auf folgende Schlüsselidee herunterbrechen: Die Menschheit hat das Erwachsenenalter erreicht und kann sich nun allein um ihre Angelegenheiten kümmern, ohne fremde Vormundschaft. Ein politisches System mit einem liberalen Ansatz steht der Fähigkeit des Menschen, Fortschritt durch Dialog und Korrigieren seiner Fehler zu erlangen, optimistisch gegenüber. …»

[…] Der heilige Koran ist ein großartiges Buch für die reine Anbetung des Herrn. Also sind menschengemachte Gesetze gesellschaftlich unentbehrlich. …

[…] Die größten Polemiker gegen den Liberalismus sind Islamisten und eine Handvoll westlicher Rechtsextremisten und europäische Reaktionäre …
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Raif Badawi: «1000 Peitschenhiebe — weil ich sage, was ich denke»; Kapitel „Ist Liberalismus eine Religion?“, Seite 33

Derlei Worte — z.B. der Ruf nach Freiheits- und Menschenrechten, nach Rechtsstaatlichkeit — können reichen, um ein Ideengebäude, z.B. eine Religion, zu „beleidigen“, von der teils gebetsmühlenartig behauptet wird, sie sei eine „friedliche und tolerante“ Religion (freilich ohne darzulegen, worin die Friedfertigkeit und Toleranz zum Ausdruck kommt).

Mit „Beleidigung“ ist in diesem Fall vermutlich gemeint, dass der totale Machtanspruch, für den diese Religion die ideologische Grundlage liefert, infrage gestellt wird.
Über (den) Islam und dessen innere Verfasstheit sowie über seine Stärke legt es ein beredtes Zeugnis ab.

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[*] Im schweizerischen Strafgesetzbuch wird die Beleidigung zwar als „Beschimpfung“ bezeichnet, es handelt sich rechtlich jedoch um das, was in Deutschland, und auch in Österreich, die „Beleidigung“ ist.
Beleidigung ist nicht nur mittels Beschimpfung (z.B. Verwendung von „Kraftausdrücken“) möglich, sondern z.B. auch mittels Lob. Dieses braucht nur in einem spöttischen Tonfall oder in einem von Spott begleiteten Kontext vorgetragen zu werden. Im Wikipedia-Artikel zur Beleidigung (beim Stichwort „Tatbestand“) heißt es:
«Zu beachten ist dabei, dass nicht nur die Verwendung bekannter Fäkalbegriffe eine Beleidigung darstellen kann, sondern prinzipiell jede Äußerung, die geeignet ist, die Ehre eines Menschen zu verletzen.»
Lob ist nach meinem Verständnis das Gegenteil von Beschimpfung, kann aber – siehe „Spott“ – dennoch sehr beleidigend sein.

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Eckhardt Kiwitt
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Herausforderung

8 Januar 2015 by

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Intro

Zwei Aspekte von „Herausforderung“

1.:
Eine Religion oder sonstige Ideologie, die ihre Macht daraus schöpft, Menschen so zu prägen, dass sie sich mit einem übermächtigen „Vorbild“ völlig oder weitgehend identifizieren, dass sie also keine oder nur eine schwache eigenständige Persönlichkeit entwickeln, Menschen mithin so zu formen, dass sie den Herausforderungen durch Kritik, insbesondere Kritik am übermächtigen „Vorbild“, kaum oder gar nicht gewachsen sind, diese gar als existenzielle Bedrohung empfinden — eine solche Religion / Ideologie ist keine gute Grundlage für ein die Würde der Menschen achtendes Gemeinwesen.

Kaaba-stone+CaF

Siehe Mohammed in Bildern sowie Image Problem

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2.:
Das Bekenntnis zum freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat beinhaltet immer auch das Bekenntnis zu dem Recht, Karikaturen zeichnen und veröffentlichen zu dürfen.

Dieses Recht in Abrede stellen zu wollen darf als Herausforderung (Provokation) empfunden werden.

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P.S.:
Eine Religion kann man nicht beleidigen, und der Islam-Begründer ist schon lange tot; den kann man also ebenfalls nicht beleidigen.

Eine Religion / Ideologie, die Angst und Schrecken verbreitet, verdient keinen Respekt, sondern Verachtung.

Betrachte die Gegebenheiten in Gesellschaften, in denen islamische Gesetze gelten, Länder, in denen Islam Staatsreligion ist — wofür man Menschen, die aus diesem ideologischen Gefängnis nicht auszubrechen vermögen, nicht in Sippenhaftung nehmen kann und darf; (siehe oben).

Aufrichtigkeit im Umgang auch mit den unangenehmen Aspekten des Islams (des Islams !) ist womöglich hilfreicher als ein ums andere Mal die These vom friedlichen und toleranten Islam herunterzubeten oder zu behaupten, dass «der Islam jede Gewalt anprangert».

Die unangenehmen Aspekte des Islams gilt es zu überwinden. Dies kann am ehesten gelingen, wenn man sie klar benennt und beschreibt statt sie totzuschweigen oder zu leugnen.

Mir geht es dabei nicht um Kulturkampf. Sehr wohl aber um das, was uns als Ergebnis der Europäischen Aufklärung erhaltenswert sein sollte.
Das wurde von den Menschen einst gegen die Macht „der Religionen“ bzw. ihrer Stellvertreter errungen.

Gesellschaften und Staaten mögen ihre Werte und Gesetze hochhalten, das ist legitim.
Anderen diese Gesetze und Werte aufzwingen zu wollen, und sei es mittels Terror, ist es nicht.

Die Grenzen des Rechts auf freie Meinungsäußerung mit Waffengewalt zu ziehen ist in freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaaten keine allgemein anerkannte Methode.

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Der kleine Erpressungsversuch *

7 September 2014 by

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Man hört es noch manchmal, dieses Satzpaar:

Wenn jemand einen Menschen tötet, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.

Das klingt moralisch sehr anspruchsvoll, und diejenigen, die diese Sätze zitieren, wissen zu sagen, dass es so im Koran geschrieben steht.
In diesem Buch gibt es das Kapitel „Der Tisch“ (Al-Ma’idah), ein allgemeiner Begriff, den man nicht leicht in irgendeinen Zusammenhang mit o.a. Zitat bringt.

Mohammed führt Hamza und die Muslime gegen Banu Qaynuqa’.

Mohammed führt Hamza und die Muslime gegen Banu Qaynuqa’.

Die ersten Absätze des Kapitels lesen sich wie ein Sammelsurium aus Verhaltensregeln zum alltäglichen Leben:
Reinheitsgebote, Essensvorschriften, Umgangsformen, Freiheitsrechte wie «Alle guten Dinge sind euch erlaubt» (Vers 4) und dergleichen mehr; aber auch einem kleinen Erpressungsversuch*, der zur Geldzahlung – zwecks Sündenvergebung und Paradiesversprechen – auffordert (Vers 12), was manch einem vielleicht gar zu plump erscheint, um sich darauf einzulassen, und dann dagegen rebelliert.

Insgesamt erwecken die Sätze den Eindruck einer letzten Rede oder Abschiedsrede an einen kleinen Kreis an einem Tisch sitzender enger Freunde oder Gefolgsleute von jemandem, der ahnt, dass es mit ihm zu Ende geht. Gegen Ende des Kapitels (Vers 112 ff) ist von diesem Möbelstück in einem anderen Zusammenhang die Rede.

Einige der Sätze könnten aus dem Alten Testament stammen [1], nehmen sie doch Bezug zu den „Kindern Israels“. So auch besagter Satz, der gern zitiert wird, um einen hohen moralischen Anspruch des Korans bzw. des Islams zu etablieren.

Tatsächlich beginnt o.a. Satz mit den Worten „Deshalb haben wir den Kindern Israels verordnet, dass …“, was beim Zitieren allerdings gern weggelassen wird. Denn diese Eingangsworte belegen, an wen [2] die Ermahnung gerichtet ist — und an wen nicht, wofür man heute lebende Menschen egal welcher Herkunft oder welcher Weltanschauung nicht verantwortlich machen kann, da sie den Text nicht verfasst haben.

Pikant liest sich der unmittelbar darauf folgende Vers, durch den das vorangegangene Gebot – allerdings nur scheinbar – aufgehoben wird, ist dort doch von Töten, von Kreuzigen sowie vom Abschlagen der Hände und Füße und von Vertreibung die Rede.

Danach geht es weiter mit dem oben bereits erwähnten, stellenweise in antijüdische Hetze ausartenden Sammelsurium, welches den Eindruck erwecken kann, den schon Voltaire bei der Lektüre des Korans hatte und in die Worte fasste, dass es sich um ein Buch handle, das „bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt“.

Abschließend die beiden vollständigen Verse aus dem Koran, Sure 5, die im Zusammenhang mit dem Erpessungsversuch aus Vers 12 (siehe oben) sowie einigen historischen Hintergründen in einem ganz anderen Licht erscheinen:

Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne daß dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne daß ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land. [5:32]

Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden oder daß ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder daß sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil. [5:33]

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[1] Quellenangabe: http://www.regina-berlinghof.de/faz77-Koran+Mischna.htm

In der mündlich überlieferten Bibelauslegung, die im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung in der „Mischna“ schriftlich niedergelegt wurde, findet sich im Kapitel Sanhedrin folgende Stelle:

„Denn jeder, der eine Seele Israels tötet, der gelte nach der Schrift wie einer, der eine ganze Welt getötet hat. Und jeder, der das Leben einer Seele Israels rettet, der gelte nach der Schrift wie einer, der eine ganze Welt gerettet hat.“

Mit dem Gewicht dieser Sätze sollten Zeugen im Strafprozeß eindringlich zur Wahrheit angehalten werden.

[2] Artikel zum Verständnis historischer Zusammenhänge, die im Koran nicht aufgezeigt werden.

* Die große Erpressung im Islam ist die Androhung der Todesstrafe bei Apostasie — siehe Das Islam-Prinzip, Kapitel 3, 6. Todesstrafe bei Abfall vom Glauben (bei Apostasie), sowie das Stichwort „Ehrenmord“ in Marginalien & Zitate

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Eckhardt Kiwitt
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Kein Zwang im Glauben ?

5 September 2014 by

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„Es gibt keinen Zwang im Glauben“ ist ein gern zitierter Satz, um die vermeintliche Toleranz des Islams in Glaubensfragen darzustellen oder zu untermauern. Auf eine genaue Quellenangabe wird dabei oft verzichtet, und auch der Zusammenhang des Satzes wird meist nicht näher erläutert.
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In einer anderen Übersetzung lautet dieser Satz „Es soll kein Zwang sein im Glauben“ (Ahmadiyya, PDF-Seite 47, dort Vers 257).
„Es soll nicht“ bedeutet allerdings längst nicht „es darf nicht“ oder „es gibt nicht“.

Obendrein wird beim gedanklichen wie auch beim lautlichen Sprechen des Satzes die Betonung intuitiv eher auf die Wörter «kein Zwang» gelegt:
„Es gibt keinen Zwang im Glauben“.

Wenn man jedoch die Betonung auf das Wort «im» legt, assoziiert man mit dem Satz evtl. etwas ganz anderes:
„Es gibt keinen Zwang im Glauben“.
Außerhalb des Glaubens aber womöglich durchaus.

Sofern man in diesem Glauben, in dieser Religion lebt, damit aufgewachsen ist und nie Vergleiche angestellt hat, oder sich freiwillig dort hineinbegeben hat, dann empfindet man manches vermutlich gar nicht als Zwang — was von einem Außenstehenden jedoch ganz anders, vielleicht sogar gegenteilig wahrgenommen oder empfunden wird.

In der Wikipedia gibt es zu diesem Koran-Vers (Sure 2:256) einen ausführlichen Artikel, in dem mehrere Beispiele aufgeführt sind, wie dieser Satz im historischen Kontext zu verstehen sei.

Den Zwang außerhalb bzw. jenseits des Glaubens kennen z.B. Apostaten des Islams – denn auf Apostasie (Abfall vom Glauben, arab. Ridda) steht nach islamischem Recht auch heutzutage die Todesstrafe, wie sie in mehreren Ländern, in denen Islam Staatsreligion ist bzw. in denen islamische Gesetze gelten, an Glaubensabtrünnigen vollstreckt wird.

Die Absicht, mit diesem einen Satz aus Sure 2 Vers 256 des Korans eine Toleranz des Islams allgemein oder in Glaubensfragen herzuleiten oder zu belegen, gerät angesichts der drohenden Todesstrafe für Apostaten gemäß islamischem Recht zu blankem Hohn.

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Der Grund

27 August 2014 by

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Start-Zitate_01

* * *

Jeder soll glauben, wozu er lustig ist.

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Sobald Menschen anfangen,
ihre außerhalb rationaler Erkenntnis befindlichen Glaubenssätze
absolut zu setzen und auch noch mit Strafnormen zu versehen,
wird es gefährlich.

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Ungeklärtes Verhältnis zur Gewalt ?

2 August 2014 by

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Bisweilen wird gesagt, der Islam habe ein „ungeklärtes Verhältnis zur Gewalt“.

Nun ist es allerdings so, dass in sehr vielen Koranversen zu Gewalttätigkeiten aufgerufen wird – und zwar nicht narrativ (erzählend), sondern imperativ (unmissverständlich fordernd) -, und dass sowohl die grundlegende Schrift aller Islame, der Koran, wie auch islamische Gesetze – auch in der Tradition des Islam-Begründers Mohammed – diese Gewalt legitimieren.

Gewalt und Gewalttätigkeiten sind manifestierende und bestimmende, integrale Bestandteile des Islams.

Damit ist das Verhältnis des Islams zur Gewalt geklärt:
Islam ohne Gewalt wäre – ganz bildlich – wie ein Luftballon ohne Luft.

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Allenfalls stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt sein kann, jene Koranverse und islamischen Gesetze, in denen zu Gewalttätigkeitenluftballon_voll_rgb aufgerufen bzw. Gewalttätigkeit gefordert oder Gewalt legitimiert wird, heutzutage für unislamisch zu erklären.

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Liebe zum …

30 Juli 2014 by

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Die Liebe, die so mancher Gläubige für seinen „Propheten“ oder für seinen Gott empfindet, gleicht der Liebe, die ein Kind für einen gewalttätigen, psychopathischen Vater empfindet.

Begleitet ist sie von Furcht und Angst, von Hilflosigkeit und Ohnmacht.

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Home

31 Mai 2014 by

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Jeder soll glauben, wozu er lustig ist.
— Robert Misik: „Gott behüte!“ —

Jedoch:

Sobald Menschen anfangen, ihre außerhalb rationaler Erkenntnis befindlichen Glaubenssätze absolut zu setzen und auch noch mit Strafnormen zu versehen, wird es gefährlich.
— Autorin unbekannt —

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