Vom Recht auf freie Meinungsäußerung

Im Vorfeld einer Konferenz …

Auf unsere Verfassung, das Grundgesetz, berufen oder beziehen sich manche Menschen in Auseinandersetzungen mit anderen bisweilen in einer Weise, die bei mir den Eindruck hinterlässt, dass der Text des Verfassungsartikels, um den es geht, gar nicht genau bekannt ist, oder die Aussage eines Verfassungsartikels absichtsvoll zu eigenen Gunsten (und damit zu Ungunsten eines Gegenübers oder Kontrahenten) fehlinterpretiert wird. Dies betrifft z.B. die Artikel 3Gleichheit vor dem Gesetz, 4Glaubens- und Bekenntnisfreiheit, sowie 5Meinungsfreiheit.

Im Zusammenhang mit Kritik an einer bestimmten Religion, deren Symbolen und ideologischen Grundlagen und den öffentlichen Diskussionen und Debatten darüber kann man dies seit Jahrzehnten beobachten: Kritik wird wahlweise als „Phobie“ oder als „Rassismus“ bezeichnet, Kritikern wird das Recht auf freie Meinungsäußerung verweigert (dies ist mir mehrfach widerfahren).

Für den 8. Mai 2019 bereitet das „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ (FFGI) an der Goethe-Universität Frankfurt eine Konferenz über „Das islamische Kopftuch“ vor, wie die FAZ auf ihrer Website am 26. April 2019 in einem (für registrierte Kunden vollständig einsehbaren) Beitrag unter der Überschrift «Das Ende von freier Rede und freiem Denken?» berichtet.

Auf der Rednerliste der Konferenz stehen Namen von Verteidigern wie auch von Kritikern der (tatsächlich oder vermeintlich) für Frauen geltenden islamisch konnotierten oder assoziierten Bekleidungsvorschrift.

Bis hierhin wäre die Angelegenheit kaum einer Erwähnung wert, gäbe es da nicht einen Hashtag in einem sog. „sozialen Medium“, der sich namentlich auf die Direktorin des o.g. Forschungszentrums bezieht: „#Schroeter_raus“. Unter diesem Hashtag halten, wie die FAZ schreibt, «junge Frauen Zettel vor ihr Gesicht oder zeigen Schilder wie „Kein Platz für Rassismus“.», und weiter: «Kontaktadressen oder ein Impressum gibt es nicht.»

Ein Bonmot zitiert die FAZ ebenfalls: «Für solche Veranstaltungen sei an „unserer Uni, wo wir für Offenheit und Akzeptanz stehen, kein Platz“.»

Sowohl die Universitätsleitung als auch der Asta kritisieren und verurteilen laut dem FAZ-Bericht die (anonyme) Hashtag-Aktion; der Asta äußert: „Die ganze Aktion erschreckt uns, da hier Islamkritik und Rassismus gleichgesetzt wird […] Es muss zum Islam geforscht werden, und das will diese Hetzkampagne verhindern“.

Im Kommentarbereich zu dem FAZ-Artikel (63 Leserkommentare) wird u.a. die Vermutung geäußert, dass es sich bei o.g. Hashtag um eine Aktion von Rechtspopulisten handeln könnte, die unter falscher Flagge oder in Guerilla-Manier das Thema besetzen, oder gar Mitglieder einer nach meiner Meinung(!) rechtsreaktionären Partei (deren politische Vorstellungen nach meiner Einschätzung auf eine Diktatur hinauslaufen würden), die seit Herbst 2017 im Deutschen Bundestag vertreten ist, dahinterstecken. Das kann man zwar nicht ausschließen, ich hielte diese Methode jedoch für mehr als fragwürdig, ja für kontraproduktiv, da sie sich nicht auf Sachargumente stützt, sondern auf Diffamierung.

Man wird diejenigen, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg jegliche Islam-Kritik als Phobie oder als Rassismus diffamiert haben, schließlich nicht dadurch von der Fehlerhaftigkeit ihres Vorgehens und „Argumentierens“ überzeugen, indem man zurückdiffamiert.

Empfehlen möchte ich in diesem Zusammenhang u.a. das Büchlein «Brief an die Heuchler — und wie sie den Rassisten in die Hände spielen» von CHARB.

Weiterführend: Wenn die Kopftuchdebatte eskaliert, NZZ vom 10. Mai 2019

* * *

Eine kleine bildliche Ergänzung zu diesem Beitrag, die manches auf den Punkt bringt und die nicht diffamieren, sondern zum Nachdenken anregen kann, will ich mir nicht verkneifen:
«Image Problem», von Cox & Forkum (die Verwendung des Bildes ist, mit Quellenangabe, lt. Cox & Forkum erlaubt)

Offen gesagt, Herr Mohammed

ImageProblem

» Umfrage / PR Research: Islamismus
– Terrorismus / Terrorism
– Theokratische Tyrannei / Theocratic Tyranny
– Unterjochung von Frauen / Subjugation of Women
– Unduldsam gegenüber Kritik / Intolerance of Criticism
– Verfolgung moderater Muslime / Persecution of moderate Muslims
– Angst vor westlicher Kultur / Fear of Western Culture

Quelle / Source:
http://www.coxandforkum.com/archives/06.01.31.ImageProblem-X.gif
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:ImageProblem.gif?uselang=de

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Beitragsbild oben:
Brüllaffe (Ausschnitt), Wikipedia
upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2f/Howler_monkey.jpg
Autor: Steve from washington, dc, usa


Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net


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