Herausforderung

Intro

Zwei Aspekte von „Herausforderung“

1.:
Eine Religion oder sonstige Ideologie, die ihre Macht daraus schöpft, Menschen so zu prägen, dass sie sich mit einem übermächtigen „Vorbild“ völlig oder weitgehend identifizieren, dass sie also keine oder nur eine schwache eigenständige Persönlichkeit entwickeln, Menschen mithin so zu formen, dass sie den Herausforderungen durch Kritik, insbesondere Kritik am übermächtigen „Vorbild“, kaum oder gar nicht gewachsen sind, diese gar als existenzielle Bedrohung empfinden — eine solche Religion / Ideologie ist keine gute Grundlage für ein die Würde der Menschen achtendes Gemeinwesen.

Kaaba-stone+CaF

Siehe Mohammed in Bildern sowie Image Problem

~ ~ ~

2.:
Das Bekenntnis zum freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaat beinhaltet immer auch das Bekenntnis zu dem Recht, Karikaturen zeichnen und veröffentlichen zu dürfen.

Dieses Recht in Abrede stellen zu wollen darf als Herausforderung (Provokation) empfunden werden.

.

P.S.:
Eine Religion kann man nicht beleidigen, und der Islam-Begründer ist schon lange tot; den kann man also ebenfalls nicht beleidigen.

Eine Religion / Ideologie, die Angst und Schrecken verbreitet, verdient keinen Respekt, sondern Verachtung.

Betrachte die Gegebenheiten in Gesellschaften, in denen islamische Gesetze gelten, Länder, in denen Islam Staatsreligion ist — wofür man Menschen, die aus diesem ideologischen Gefängnis nicht auszubrechen vermögen, nicht in Sippenhaftung nehmen kann und darf; (siehe oben).

Aufrichtigkeit im Umgang auch mit den unangenehmen Aspekten des Islams (des Islams !) ist womöglich hilfreicher als ein ums andere Mal die These vom friedlichen und toleranten Islam herunterzubeten oder zu behaupten, dass «der Islam jede Gewalt anprangert».

Die unangenehmen Aspekte des Islams gilt es zu überwinden. Dies kann am ehesten gelingen, wenn man sie klar benennt und beschreibt statt sie totzuschweigen oder zu leugnen.

Mir geht es dabei nicht um Kulturkampf. Sehr wohl aber um das, was uns als Ergebnis der Europäischen Aufklärung erhaltenswert sein sollte.
Das wurde von den Menschen einst gegen die Macht „der Religionen“ bzw. ihrer Stellvertreter errungen.

Gesellschaften und Staaten mögen ihre Werte und Gesetze hochhalten, das ist legitim.
Anderen diese Gesetze und Werte aufzwingen zu wollen, und sei es mittels Terror, ist es nicht.

Die Grenzen des Rechts auf freie Meinungsäußerung mit Waffengewalt zu ziehen ist in freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaaten keine allgemein anerkannte Methode.

°:°

Herausforderung_011

Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net

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2 Kommentare zu „Herausforderung

    1. Meine Antwort auf den englischsprachigen Artikel von Dr. Faheem Younus:

      Freiheit muss man ertragen können.
      Das umfasst auch, einen ideologisch / religiös eingeengten Tunnelblick aufbrechen zu können.

      Diejenigen, die sich von dem Attentat von Paris distanzieren; die sagen “Nicht in meinem Namen”; die derlei Gewalt ablehnen; sie bringen damit zwar zum Ausdruck, wogegen sie sind, aber nicht, wofür sie sind.
      Sie könnten einfach sagen, “Wir sind für das Recht auf freie Meinungsäußerung — welches auch das Recht umfasst, Karikaturen zeichnen und veröffentlichen zu dürfen”.

      Zur Blasphemie:
      Ein Gott, der Menschen beauftragen muss, über Blasphemie zu richten und zu strafen, ist ganz sicher nicht allmächtig.
      Sonst würde er selber richten und bestrafen.

      Zur Argumentation des Autors wegen Karikaturen:
      — Der Holocaust definiert oder erhebt keinen Machtanspruch; somit ist er für Karikaturisten vermutlich nicht interessant.

      — Homosexuelle definieren oder erheben keinen Machtanspruch, für dessen Rechtfertigung sie ihre sexuelle Veranlagung instrumentalisieren würden.
      Sie möchten wegen ihrer sexuellen Veranlagung aber auch nicht ausgegrenzt oder abgewertet werden.

      — Juden definieren oder erheben über ihre Religion keinen nach außen gerichteten Machtanspruch; das Judentum missioniert nicht.

      — (Der) Islam definiert und erhebt bereits in seiner grundlegenden Schrift, dem Koran (z.B. Sure 2 Vers 115; Sure 8 Vers 39; Sure 13 Vers 15), einen absoluten Machtanspruch.
      Was bietet er seinen Anhängern / Gläubigen dafür ?
      Womöglich Entmündigung, wie bei Kant in seiner “Aufklärung” dargelegt ?
      « Daß der bei weitem größte Teil der Menschen […] den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte, dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben. »

      Gemäß islamischem Recht steht auf Apostasie (Abfall vom Glauben; arab. “Ridda”) die Todesstrafe — womit Muslime zu Geiseln ihrer Religion genommen sind; in einigen Ländern, in denen islamische Gesetze gelten bzw. in denen Islam Staatsreligion ist, wird die Todesstrafe an Apostaten auch heutzutage vollstreckt.

      Eine derart autoritäre und totalitäre Religion / Ideologie ist immer der Karikatur und dem Spott ausgesetzt.
      Über “Autorität” schrieb Hannah Arendt einst:
      « Ihr gefährlichster Gegner ist nicht Feindschaft, sondern Verachtung, und was sie am sichersten unterminiert ist das Lachen. »
      _____
      Zum Originalartikel von Dr. Faheem Younus in der Huffington Post:
      http://www.huffingtonpost.com/faheem-younus/getting-real-about-blasphemy_b_6435916.html

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