Der kleine Erpressungsversuch

7 September 2014 by

Man hört es noch manchmal, dieses Satzpaar:

Wenn jemand einen Menschen tötet, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.

Das klingt moralisch sehr anspruchsvoll, und diejenigen, die diese Sätze zitieren, wissen zu sagen, dass es so im Koran geschrieben steht.
In diesem Buch gibt es das Kapitel “Der Tisch” (Al-Ma’idah), ein allgemeiner Begriff, den man nicht leicht in irgendeinen Zusammenhang mit o.a. Zitat bringt.

Mohammed führt Hamza und die Muslime gegen Banu Qaynuqa’.

Mohammed führt Hamza und die Muslime gegen Banu Qaynuqa’.


Die ersten Absätze des Kapitels lesen sich wie ein Sammelsurium aus Verhaltensregeln zum alltäglichen Leben:
Reinheitsgebote, Essensvorschriften, Umgangsformen, Freiheitsrechte wie «Alle guten Dinge sind euch erlaubt» (Vers 4) und dergleichen mehr; aber auch einem kleinen Erpressungsversuch, der zur Geldzahlung – zwecks Sündenvergebung und Paradiesversprechen – auffordert (Vers 12), was manch einem vielleicht gar zu plump erscheint, um sich darauf einzulassen, und dann dagegen rebelliert.

Insgesamt erwecken die Sätze den Eindruck einer letzten Rede oder Abschiedsrede an einen kleinen Kreis an einem Tisch sitzender enger Freunde oder Gefolgsleute von jemandem, der ahnt, dass es mit ihm zu Ende geht. Gegen Ende des Kapitels (Vers 112 ff) ist von diesem Möbelstück in einem anderen Zusammenhang die Rede.

Einige der Sätze könnten aus dem Alten Testament stammen, nehmen sie doch Bezug zu den “Kindern Israels”. So auch besagter Satz, der gern zitiert wird, um einen hohen moralischen Anspruch des Korans bzw. des Islams zu etablieren.

Tatsächlich beginnt o.a. Satz mit den Worten “Deshalb haben wir den Kindern Israels verordnet, dass …”, was beim Zitieren allerdings gern weggelassen wird. Denn diese Eingangsworte belegen, an wen* die Ermahnung gerichtet ist — und an wen nicht, wofür man heute lebende Menschen egal welcher Herkunft oder welcher Weltanschauung nicht verantwortlich machen kann, da sie den Text nicht verfasst haben.

Pikant liest sich der unmittelbar darauf folgende Vers, durch den das vorangegangene Gebot – allerdings nur scheinbar – aufgehoben wird, ist dort doch von Töten, von Kreuzigen sowie vom Abschlagen der Hände und Füße und von Vertreibung die Rede.

Danach geht es weiter mit dem oben bereits erwähnten, stellenweise in antijüdische Hetze ausartenden Sammelsurium, welches den Eindruck erwecken kann, den schon Voltaire bei der Lektüre des Korans hatte und in die Worte fasste, dass es sich um ein Buch handle, das “bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt”.

Abschließend die beiden vollständigen Verse aus dem Koran, Sure 5, die im Zusammenhang mit dem Erpessungsversuch aus Vers 12 (siehe oben) sowie einigen historischen Hintergründen in einem ganz anderen Licht erscheinen:

Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne daß dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne daß ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land. [5:32]

Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden oder daß ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder daß sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil. [5:33]

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* Artikel zum Verständnis historischer Zusammenhänge, die im Koran nicht aufgezeigt werden.

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Als-hätte-er-die-ganze-Menschheit

Eckhardt Kiwitt
Pfalzgrafstr. 5
D-85356 FREISING
QS72@gmx.net

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Kein Zwang im Glauben ?

5 September 2014 by

“Es gibt keinen Zwang im Glauben” ist ein gern zitierter Satz, um die vermeintliche Toleranz des Islams in Glaubensfragen darzustellen oder zu untermauern. Auf eine genaue Quellenangabe wird dabei oft verzichtet, und auch der Zusammenhang des Satzes wird meist nicht näher erläutert.
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In einer anderen Übersetzung lautet dieser Satz “Es soll kein Zwang sein im Glauben” (Ahmadiyya, PDF-Seite 47, dort Vers 257).
“Es soll nicht” bedeutet allerdings längst nicht “es darf nicht” oder “es gibt nicht”.

Obendrein wird beim gedanklichen wie auch beim lautlichen Sprechen des Satzes die Betonung intuitiv eher auf die Wörter «kein Zwang» gelegt:
“Es gibt keinen Zwang im Glauben”.

Wenn man jedoch die Betonung auf das Wort «im» legt, assoziiert man mit dem Satz evtl. etwas ganz anderes:
“Es gibt keinen Zwang im Glauben”.
Außerhalb des Glaubens aber womöglich durchaus.

Sofern man in diesem Glauben, in dieser Religion lebt, damit aufgewachsen ist und nie Vergleiche angestellt hat, oder sich freiwillig dort hineinbegeben hat, dann empfindet man manches vermutlich gar nicht als Zwang — was von einem Außenstehenden jedoch ganz anders, vielleicht sogar gegenteilig wahrgenommen oder empfunden wird.

In der Wikipedia gibt es zu diesem Koran-Vers (Sure 2:256) einen ausführlichen Artikel, in dem mehrere Beispiele aufgeführt sind, wie dieser Satz im historischen Kontext zu verstehen sei.

Den Zwang außerhalb bzw. jenseits des Glaubens kennen z.B. Apostaten des Islams – denn auf Apostasie (Abfall vom Glauben, arab. Ridda) steht nach islamischem Recht auch heutzutage die Todesstrafe, wie sie in mehreren Ländern, in denen Islam Staatsreligion ist bzw. in denen islamische Gesetze gelten, an Glaubensabtrünnigen vollstreckt wird.

Die Absicht, mit diesem einen Satz aus Sure 2 Vers 256 des Korans eine Toleranz des Islams allgemein oder in Glaubensfragen herzuleiten oder zu belegen, gerät angesichts der drohenden Todesstrafe für Apostaten gemäß islamischem Recht zu blankem Hohn.

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Eckhardt Kiwitt
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Der Grund

27 August 2014 by

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Assoziationen

13 August 2014 by

Wenn man sich die – von dort lebenden Menschen jeweils so eingerichteten – Gegebenheiten in Ländern und Gesellschaften oder sonstigen Sozialgefügen heute vergewärtigt, in denen Islam Staatsreligion ist bzw. in denen islamische Gesetze gelten oder die vom Islam geprägt sind oder dominiert werden, so können einem – jenseits teils beschönigender, teils herabsetzender Beschreibungen – Assoziationen und Empfindungen in den Sinn kommen:

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Eckhardt Kiwitt
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Ungeklärtes Verhältnis zur Gewalt ?

2 August 2014 by

Bisweilen wird gesagt, der Islam habe ein “ungeklärtes Verhältnis zur Gewalt”.

Nun ist es allerdings so, dass in sehr vielen Koranversen zu Gewalttätigkeiten aufgerufen wird – und zwar nicht narrativ (erzählend), sondern imperativ (unmissverständlich fordernd) -, und dass sowohl die grundlegende Schrift aller Islame, der Koran, wie auch islamische Gesetze – auch in der Tradition des Islam-Begründers Mohammed – diese Gewalt legitimieren.

Gewalt und Gewalttätigkeiten sind manifestierende und bestimmende, integrale Bestandteile des Islams.

Damit ist das Verhältnis des Islams zur Gewalt geklärt:
Islam ohne Gewalt wäre – ganz bildlich – wie ein Luftballon ohne Luft.

Allenfalls stellt sich die Frage, ob es gerechtfertigt sein kann, jene Koranverse und islamischen Gesetze, in denen zu Gewalttätigkeiten aufgerufen bzw. Gewalttätigkeit gefordert oder Gewalt legitimiert wird, heutzutage für unislamisch zu erklären.

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Eckhardt Kiwitt
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Liebe zum …

30 Juli 2014 by

Die Liebe, die so mancher Gläubige für seinen “Propheten” oder für seinen Gott empfindet, gleicht der Liebe, die ein Kind für einen gewalttätigen, psychopathischen Vater empfindet.

Begleitet ist sie von Furcht und Angst, von Hilflosigkeit und Ohnmacht.

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